Was die wenigsten sehen:
Oft geht es diesem Menschen einfach nicht gut.
Vielleicht trägt er Sorgen mit sich.
Ängste. Erschöpfung. Eine depressive Verstimmung.
Dinge, die man nicht einfach an der Stirn ablesen kann.
Wenn jemand stiller wird oder auf Abstand geht,
ist das meist kein Angriff auf andere –
sondern ein Zeichen, dass innen gerade viel los ist.
Und ja:
Auch die Reaktionen von außen entstehen oft aus eigenen unbewussten Programmen.
Aus Verletzungen, Erwartungen, alten Mustern.
Das macht es nicht „falsch“ – aber erklärbar.
Vielleicht wäre manchmal schon viel gewonnen,
wenn man nicht sofort urteilt oder zurückschlägt,
sondern einfach fragt:
„Ist alles okay bei dir?“
„Kann ich irgendetwas für dich tun?“
Oft kommt dann ein Nein.
Oder ein Abwehren.
Aber allein das ehrliche Fragen kann etwas verändern.
Und wenn es einem selbst nicht gut geht,
dann ist es wichtig, wenigstens ein oder zwei Menschen zu haben,
bei denen man nichts erklären muss.
Bei denen man einfach erzählen darf.
Oder auch schweigen.
Man muss da nicht alleine durch.
Und manchmal reicht schon ein Raum,
in dem man ankommen darf.
Durchatmen.
Spüren.
Ein kleines Stück Wärme zulassen.
Mehr nicht.
Und falls jemand gerade niemanden hat, bei dem das möglich ist:
Ich halte diesen Raum auch. Still, menschlich und ohne Druck.
Martin

